Heute beantworten wir die Frage, wie du eine Geschäftsidee findest, die zu dir passt. Und diese Frage haben wir an Anna Hettegger weitergeleitet. Anna ist selbstständig, hat eine eigene Werbeagentur, ist Autorin und bloggt auf Roadtrip-Lebend darüber, wie man seine Träume verwirklicht und online Geld verdient. Heute gibt sie dir eine Methode mit an die Hand, mit der du dir einmal ganz genau überlegen kannst, welche Geschäftsideen zu deiner Persönlichkeit passen. Dabei greift sie auf die japanische Philosophie Ikigai zurück.

Diesen Fehler machen die Meisten

Ganz kurz, bevor wir starten noch eine Warnung: Es gibt viele Menschen, die aus einem Angestelltenverhältnis heraus einfach auch ihren Job hinter sich lassen möchten und sich selbstständig machen möchten. Sie sind einfach in die Idee verliebt sind, selbstständig zu sein. Und dann wird ganz oft überlegt: “Okay, was kann ich eigentlich?” und “Womit kann ich mich selbstständig machen?”

Und ich gebe es jetzt zu, ich hab das damals auch so gemacht. Ich kam aus dem Online-Marketing und hab mich dann auch als Social-Media und Content-Managerin selbstständig gemacht. Einfach weil ich wusste, dass ich das kann und Bedarf da war. Aber ich denke inzwischen, dass das kein ausreichender Standpunkt ist. Es gibt noch viel, viel mehr Aspekte, die man beachten sollte, wenn man sich für eine Geschäftsidee entscheidet.

Es ist ein Prozess, also du wirst wahrscheinlich nicht morgen aufwachen und die perfekte Geschäftsidee haben, die wirklich zu dir passt. Sondern es ist ein Weg, den man gehen muss und du wirst ganz viel ausprobieren. Du wirst auch vieles auch wieder verwerfen. Aber es lohnt sich auch mal wirklich dranzubleiben und auch hartnäckig zu bleiben. Es dauert, bis man wirklich auch genau die Idee hat, die zu einem passt und nicht nur eine Idee, die halt funktioniert.

Mit Ikigai zur Geschäftsidee

Ikigai ist ein Modell, dass man dafür nutzt, um den Sinn seines Lebens herauszufinden. Aber du kannst es auch prima dafür verwenden, eine Geschäftsidee zu entwickeln. Ikigai ist japanisch und kann frei übersetzt werden mit “wofür es sich zu leben lohnt”. Und vielleicht hast du das Modell schon mal gesehen. Jeder dieser Kreise stellt einen Bereich dar. Und alle vier kreise überlappen sich auch. Dadurch entstehen Schnittpunkte dieser Bereiche. Die großen, übergeordneten Bereiche sind:

An der Stelle, wo sich die Kreise überlappen verschmelzen die Bereiche zu einem neuen. Also “was du liebst” und “was du gut kannst” überschneiden sich zu den Dingen, die deine Leidenschaft sind.

Die Schnittmengen sind:

In der Mitte überschneiden sich dann alle Kreise. Das heißt, es überschneidet sich “was du liebst”, “was du gut kannst”, “wofür du bezahlt werden kannst” und “was die Welt braucht”. Und das ist in dem Modell dann Ikigai.

Wenn wir das jetzt umlegen auf deine Geschäftsidee, dann ist dies exakt, was dich wirklich erfüllt, was zu dir passt, was du machen möchtest. Das heißt, du solltest genau das machen, was dich interessiert, was du liebst und du den ganzen Tag machen könntest, um die Welt zu verbessern.

Ein paar zusätzliche Tipps

Zum Abschluss möchte ich dir noch 5 Tipps und Fragen mitgeben, die dir dabei helfen werden, deine Geschäftsidee noch genauer herauszukristallisieren.

Was würde ich denn tun, wenn mein Lebensunterhalt gesichert wäre?

Mein erster Tipp ist, dass du dich nicht zu sehr darauf fokussierst, womit du Geld verdienen kannst, sondern dich viel lieber fragst, was du tun würdest, wenn du keine Geldsorgen hättest und du nicht arbeiten gehen müsstest. Denn wenn du immer überlegst, womit du jetzt Geld verdienen kannst, dann bist du viel zu schnell in dem Status gefangen, den ich am Anfang des Artikels erwähnt habe. Und dieser Gedanke lenkt uns immer wieder davon ab, was uns wirklich erfüllt. Wir haben aber gerade im Ikigai Modell gesehen, dass das nicht alles ist.

Wenn wir so unter diesem Druck stehen, dass wir sofort wissen müssen, wie wir Geld damit verdienen, werden wir unserer Berufung nicht folgen können und schnell den Spaß verlieren. Überlege dir: Was ist die Idee, die du wirklich in die Welt bringen möchtest? Alles andere wird sich ergeben. Überlass es mal dem Universum.

Was sind deine idealen Arbeitsbedingungen?

Was im Ikigai Modell auf der Suche nach dem richtigen Geschäftsmodell zu kurz kommt, ist die Frage, WIE du arbeiten möchtest. Möchte ich selbstständig arbeiten? Wie möchte ich meinen Alltag als Unternehmer strukturieren? Welche Arbeitszeiten habe ich?

Deine Geschäftsidee muss nicht sofort profitabel sein

Klar, wir brauchen es nicht leugnen: eine Geschäftsidee muss auch profitabel sein! Du musst damit Geld verdienen können, sonst macht’s einfach wenig Sinn. Fokussiere dich trotzdem am Anfang mal nicht zu sehr darauf, womit du Geld verdienst, sondern überlege dir lieber, was dich erfüllt. Und erst im nächsten Schritt darf sich die Idee dann soweit entwickeln, dass du auch wirklich einen Weg siehst, wie du damit Geld verdienen kannst.

Eine Geschäftsidee muss einfach auch profitabel sein

Lass dich von anderen inspirieren. Damit meine ich jetzt wirklich inspirieren und nicht, dass du andere kopierst.

Ich habe festgestellt, dass es sehr viel helfen kann, wenn wir sehen, was andere eigentlich machen? Auch regt es die Kreativität an. Schau dir einfach mal an, was dich von den Dingen anspricht, die es schon gibt. Was gibt es schon, dass du sogar verbessern kannst? Vielleicht siehst du auch irgendwas in einer Branche und kannst es in eine andere Branche übernehmen, wo es bisher noch nicht war.

Und mein Tipp: Höre dir Podcasts an und ließ Blogartikel, wie diesen hier. Es gibt auch ganz viele Interviews da draußen. Das ist auch der Grund, warum ich den Roadtip-Leben Podcast mache. Ich werde immer wieder von Leuten inspiriert, die wirklich ungewöhnliche Sachen machen und mit ungewöhnlichen Dingen ihr Geld verdienen. Dadurch kommen wir dann auch immer wieder auf neue Ideen für uns selbst. Und kommen auch immer wieder dem näher, was uns persönlich erfüllt.

Und ja neben inspirierenden Interviews, Artikeln und Podcastfolgen ist es natürlich auch ratsam, wenn du dich mit anderen vernetzt. Zum Beispiel in der Mastermind X Community.

Schreibe alles auf dem Weg auf

Schreibe über längere Zeit alles auf, wenn du dich mit dem Thema beschäftigst, was dich erfüllt, was dein ikigai ist und so weiter. Führe eine Art Tagebuch oder ein Notizbuch oder Ideenbuch. Das Ganze ist ein Prozess und so ein bisschen wie so ein Puzzle, wo man immer wieder kleine Teile dazubekommt. Und am Ende ergibt es dann ein Gesamtbild. Wenn du die Dinge schriftliche festhältst, dann fällt es dir am Ende vielleicht leichter, dich daran zu erinnern, wenn du dein Gesamtbild formst.

Probiere dich aus

Und mein fünfter Tipp an dich ist, dass du tatsächlich einfach mal beginnst Dinge auszuprobieren. Denn vieles ergibt sich erst, wenn man auf dem Weg ist. Man weiß nicht, ob etwas die persönlich erfüllendste Geschäftsidee der Welt ist, bevor man es nicht ausprobiert hat. Und daher möchte ich dich wirklich ermutigen:

Leg einfach mal los – Start before you’re ready!

Das ist so ein Spruch, den man immer wieder hört. Vielen hängt er auch schon zu den Ohren raus, aber er ist einfach so wahr! Denn wir tendieren dazu, alles zu überdenken und immer viel zu lange zu warten und dann nie loszulegen.

Du hast eine Idee? Passt, starte mal damit! Und dann reflektiere aber wirklich: okay, ist das wirklich die Idee, die mich erfüllt? Die für mich passend ist? Oder ist es vielleicht nur eine gute Idee, aber jetzt nicht 100% meins? Dann kannst du es ja wieder verwerfen. Aber leg einfach mal los und probiere dich aus.

Dann wirst du auch der Geschäftsidee, die dich erfüllt und die für dich passt, immer näher kommen!

Zum Schluss möchte ich dir gerne noch den Tipp mitgeben, die richtigen Fragen zu stellen. Es gibt ganz viele schöne Übungen in diesem Bereich. Du kannst sie einfach mal googeln. Ich hoffe, dass du jetzt ins Tun kommst, das Ganze dann festhältst und dass du nach und nach immer näher zu dem kommst, was dich wirklich erfüllt und womit du dann auch wirklich gründen möchtest. Finde eine Geschäftsidee zu finden, die zu dir und deinem Lebensweg passt. Ich hoffe, dich jetzt ein bisschen inspiriert zu haben.


Kostenloses Worksheet zu Ikigai

Wir haben dir hier ein kleines Worksheet erstellt, mit dem du deinem Ikigai Schritt-für-Schritt näher kommst. Und damit auch zu deinem Lebenssinn, und dank der zusätzlichen Fragen von Anna, zu deiner Geschäftsidee:


Wenn du möchtest, kannst du dir außerdem auf ihrem Blog einen kostenlosen 7-Schritte-Plan herunterladen, um deine Berufung zu finden: https://roadtrip-leben.com/gratis-berufung-finden/

Falls du tiefer in deine Interessen, Talente, Werte, idealen Jobbedingungen und dein Warum eintauchen möchtest, kannst du dir ihr Workbook „First Step“ holen. Darin stellt sie viele Fragen, die dir helfen einen Job oder auch eine Geschäftsidee zu finden, die wirklich zu dir passen. Mehr Infos: https://roadtrip-leben.com/first-step-dein-erster-schritt-zum-traumjob/

Anna Hettegger

Anna Hettegger

Anna Hettegger ist selbstständig, hat eine Werbeagentur gegründet, ist Autorin und bloggt auf „Roadtrip Leben“ darüber wie man seine Träume verwirklicht und online Geld verdient. Im gleichnamigen Podcast hat sie regelmäßig inspirierende Persönlichkeiten zu Gast, die erzählen, wie sie sich mit ihrer Leidenschaft selbstständig gemacht haben.

Anna ist davon überzeugt: Das Leben ist einfach zu kurz, um einen Job zu machen, der nur „ganz okay“ ist…! Genau aus diesem Grund hat sie im Jahr 2018 ihren Angestelltenjob gekündigt und sich selbstständig gemacht. Seither reist sie als digitale Nomadin um die Welt.

Mehr über Anna:


Auf dem Weg in die Selbstständigkeit hast du sicher viele Fragen. Dieser Podcast wird sie dir alle beantworten! In jeder Folge klären wir immer genau eine Frage rund um dein Business. Dabei geht es um Themen wie Gründung, Finanzierung, Buchhaltung, Marketing, Vertrieb und vieles mehr. Wir sind Irina Idl & Alekos Behrens, selbst seit Jahren selbstständig und haben all diese Fragen schon hinter uns. Jetzt helfen wir anderen Unternehmern auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Wir geben dir die Hilfe mit an die Hand, die wir damals gebraucht hätten.

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